Gewichtsbeschränkungen bei Laufrädern

Wir haben zu dem Thema über zwanzig Laufradhersteller befragt um offizielle Angaben zu erhalten und zugleich die passenden Servicetechniker des Herstellers oder des deutschen Importeurs gesprochen. Diese Angaben haben wir in der untenstehenden Tabelle zusammengetragen.

Neben den offiziellen Angaben haben wir unsere 25 Jahre Radsporterfahrung und unsere 13 Jahre Vertrieb von hochwertigen Laufrädern einfließen lassen, um ein praxisrelevantes Gesamtbild zu erstellen.

Widmen wir uns zuerst den häufigsten Fragen unserer Kunden und dazu gehört an vorderster Stelle:

WAS IST EIGENTLICH EIN SYSTEMGEWICHT?

Ein Systemgewicht ist „die Addition alle beteiligten Elemente in Hinsicht auf den Faktor Gewicht“ – kurzum, im radsportlichen Sinne beschreibt man damit das Gewicht von Fahrer(in), seiner Bekleidung/Ausrüstung, dem Komplettrad und aller Anbauteile. Sozusagen, als würden Sie mitten in einer Tour auf eine Waage fahren – dieses Gewicht ist das Systemgewicht.

Körpergewicht
+ Gewicht der Bekleidung (Schuhe, Helm, etc.)
+ Gewicht des Fahrrades
+ Gewicht der Anbauteile (Flaschenhalter, Computer, etc.)
+ Gewicht von Rucksack / Packtaschen (gefüllt)
= Systemgewicht

Der Sinn ergibt sich eventuell nicht direkt für eine(n) puristische(n) Rennradfahrer(in), aber unsere MTB- oder gar Tourenradfahrer(innen) wissen um den erheblichen Gewichtsanteil von einem Rucksack oder gar gut gefüllten Packtaschen. Da kommen schnell zwischen 6 und 40 Kilogramm zusätzlich zusammen. Daher ist die Angabe eines Systemgewichtes für die max. Belastung eines Laufradsatzes die realitätsnähere Vorgabe als das reine Fahrergewicht.

WARUM IST EIN ERSTSERVICE UND ANSCHLIESSENDE WARTUNG SO WICHTIG

Diese Antwort liegt uns ganz besonders am Herzen, da es sich aus unserer Sicht um die Basis des weiteren Laufradlebens handelt. Zum Verständnis: ein Laufrad (ganz gleich welches System) besteht aus verschiedenen Einzelbestandteilen und Materialien, welche bei Belastung sich aufgrund der Materialeigenschaften unterschiedlich verhalten. Direkt nach dem Erwerb eines Laufrades ist er logischerweise noch nicht eingefahren und es hat noch kein Setzprozess stattgefunden. Wenn nun ein(e) durchschnittliche(r) Fahrer(in) mit seinen/ihren Hebelkräften erstmalig Torsionsbelastung auf den Satz aufbringt, so geschieht folgendes:

Die Speichen bekommen Zugbelastung und legen den Speichenkopf fest in den Nabenflansch; ebenso vollziehen die Speichennippel einen Setzprozess im Felgenbett. Nach ca. 350 bis 500 Kilometern ist nach unserer Erfahrung dieser Setzprozess abgeschlossen (je nach Fahrertyp, -gewicht und Einsatzbereich). Jetzt beginnt die gefährlichste Zeit! Die gedehnte Speiche verliert an Spannung und über das gesamte Laufrad ergibt sich eine inhomogene Speichenspannung. Zu diesem Zeitpunkt ist das Laufrad extrem anfällig für irreparable Schäden, weil die Grundspannung nicht mehr vorhanden ist.

Daher unser Tipp, unbedingt nach der Einfahrzeit (auch hier achtsam sein) einen fachmännischen Service durchführen zu lassen. Das ist relativ schnell gemacht und auch nicht wirklich teurer – Lagerspielcheck, Speichenspannung herstellen, abdrücken, final zentrieren, abdrücken, fertig.

Übrigends – ein teurer Laufradsatz ist nicht stabiler oder wartungsärmer als das preisgünstige Pendant. Meist sind Highend-Laufräder mit weniger Speichen versehen. Die wenigen Speichen übernehmen dann eine größere Verantwortung; ergo, hier muss noch mehr Vorsicht geboten sein.

Welche Wartungsarbeiten Sie selber übernehmen können und wofür Sie spezielles Werkzeug oder Fachwissen benötigen, klären Sie mit unserem Kundenservice oder entnehmen Sie den Bedingungen der Herstellerangaben.

WAS BEDEUTET DER EINSATZBEREICH FÜR MEINE LAUFRADWAHL?

Ebenso wichtig, wie die Einhaltung des Gewichtslimits ist die Wahl der richtigen Ausrichtung für Ihren gewünschten Einsatzbereich. Jedem leuchtet ein, dass ein sehr leichter, filigraner Cross-Country-Laufradsatz keinem ernsthaften Downhill-Einsatz standhält.

Bei so deutlichen Unterschieden besteht Klarheit, die eigentliche Gefahr liegt aber dazwischen. Wo hört Cross-Country auf und wo fängt der Touren- oder Endurobereich an? Auch der Rennradfahrer muss sich vergegenwärtigen, wie das überwiegend genutzte Terrain aussieht und ob sein 18 Speichen-Carbon-Niedrigprofillaufradsatz wirklich dem Kopfsteinpflaster auf Dauer gut standhält. Im Falle eines Gewährleistungsanspruches oder späteren Garantieantrages kann der Hersteller recht genau ablesen und prüfen, ob eine Nutzung über den eigentlichen Bestimmungsgebrauch stattgefunden hat.

Wir verstehen gut, wenn man(n) gerne den leichtesten, schicksten Laufradsatz an sein Rad bauen möchte, zumal die Leistungswerte sich dort am stärksten bemerkbar machen. Allerdings appellieren wir häufig an die Vernunft (Thema Sicherheit) und befragen vielmehr nach dem eigentlichen Fahrertyp. Was für einen Fahrstil (in Relation zu Gewicht) haben Sie? Fahren Sie grundsätzlich sehr vorsichtig und umfahren stets jedes kleine Schlagloch oder geben Sie lieber in der Gruppe mal richtig Gas und eine Bodenwelle wird einfach mal „ausgesessen“?

Wenn Ihnen die eigene Einschätzung nach dem Fahrertyp gut gelingt, so klärt sich die Frage nach dem Einsatzbereich von alleine. Bei Uneinigkeit lieber eine Version stabiler wählen, umgekehrt wird es sich irgendwann rächen. Kleiner Tipp aus der Erfahrung: beurteilen Sie die Stabilität eines Laufradsatz primär an dem Felgenvolumen und weniger an der reinen Speichenanzahl, solange 20 Speichen vorne und 24 Speichen hinten nicht unterschritten werden (hohe, homogene Speichenspannung vorausgesetzt).

SIND SYSTEM- ODER VON HAND EINGESPEICHTE LAUFRÄDER STABILER/BESSER?

Man sollte „Äpfel mit Äpfeln“ vergleichen, denn ein 20 Speichen-Leichtbau-Hinterrad mit Niedrigprofilfelge wird an die Steifigkeit eines von fachmännischer Hand eingespeichten Pendants mit 32 Loch-Hochprofilfelge nicht herankommen können. Allerdings kann man grundlegend den Systemlaufrädern schon eine relativ höhere Steifigkeit bescheinigen, sonst würde man bei Systemlaufrädern nicht die Speichenanzahl derart reduzieren können (was die technisch mögliche Steifigkeit wieder herabsetzt zugunsten des Gewichtvorteils).

Die Frage nach „besser“ sollte jeder für sich beantworten, nach dem einfachen Kriterium, der Wartungsfreundlichkeit. Systemlaufräder sind wegen der geringen Speichenanzahl „wie Frauen“ zu behandeln – vorsichtig, mit Fachwissen und stets ein Auge drauf werfen. Wer ein (Fahrer-) Gewicht von circa 80 Kilogramm nicht überschreitet und unbedingt ein extrem leichtes Laufrad wünscht, kommt um ein Systemlaufrad nicht herum – auf handeingespeichter Basis wird er da dauerhaft sonst nicht glücklich.

HANDEINGESPEICHT IN 32 ODER 36 LOCH – DIE GRETCHENFRAGE?

Diese Frage hätte vor 15 Jahren und früher noch eifrig die Gemüter erhitzt und lange Diskussionsrunden hervorgebracht. Nach vielen tausenden hergestellten Laufrädern haben wir unsere eigenen Erfahrungen mit der Praxis gemacht und sind zu folgendem Schluss gekommen. Ja, 36 Loch kann mitunter stabiler sein (fachliche Handwerkkunst vorausgesetzt), doch es wirkt sich auch nur in extremen Bereichen (Tourenfahren mit Gepäck, wirklich sehr schwere Fahrer) überhaupt aus. Deswegen haben wir bewusst pauschal auf 32 Loch bei handeingespeichten Laufrädern umgestellt und fertigen abweichen Lochzahlen nur noch nach Sonderanfertigung direkt in unserer Fachwerkstatt. Die Massenfertigung (und dazu gehören durchaus auch Top-Materialien) hat im positiven Sinne gesiegt, denn die Fertigungsqualität hat in den vergangenen 5 Jahren sehr stark zugenommen. Deswegen haben wir diesem Bereich an ein professionelles Subunternehmen ausgelagert und können positiv berichten, dass sich Qualität und Masse (somit auch preiswert) nicht unbedingt ausschließen müssen.

WAS WÄHLEN GROSSE, SCHWERE FAHRER FÜR EINEN LAUFRADSATZ

In dem Zuge hören wir auch häufig die Fragestellung, ob man die Gewichtslimit-Angaben wirklich so genau nehmen muss. Klare Antwort: JA, unbedingt. Gewiss berechnet der Hersteller seine Angaben mit einem gewissen „Puffer“ um die Sicherheit unter vielen Bedingungen zu gewährleisten, doch die relevanten Schlagwörter sind hierbei: Sicherheit & gewährleisten.

Noch deutlicher gesagt, „ein Ferrari-Motor mit einem Fiat Panda-Fahrwerk wird unweigerlich von der Straße abkommen“. Ihre Sicherheit muss immer gewährleistet sein und ein Ausfall eines Laufradsatzes durch Überlast kann fatale Folgen haben.

Besondere Fälle erfordern besondere Lösungen – dem steht eine gute Beratung durch unseren Kundenservice vorweg. Kontaktieren Sie uns und schildern Sie uns die Umstände (Fahrertyp, Systemgewicht, Einsatzbereich) – wir lassen Sie an unseren Erfahrungen teilhaben, danach können Sie Ihre Entscheidung gewiss sicherer fällen. Eine pauschale Antwort auf die Ausgangsfrage kann man daher kaum seriös in ein paar Zeilen geben.

FAZIT

Wir haben alleine in den letzten drei Jahren zwei Laufrad-Marken aus dem Programm genommen, weil die Qualität auf Dauer einfach nicht stimmte. Wenn wir von erfahrenen Kunden oder unseren Teamfahrern qualifiziertes Feedback erhalten, so hilft dies letztendlich allen. Die zunehmende Auswahl an Anbietern und Modellen macht Übersicht und Erfahrung unentbehrlich. Die „eierlegende Wollmilchsau“ gibt es auch bei Laufrädern nicht – Punkt! Der ideale Laufradsatz ist die richtige Kombination aus Materialwahl und Fahrertyp, -gewicht und Einsatzbereich. Daraus kann man eine gute Schnittmenge bilden und bei dem riesigen Angebot wird man gewiss auch fündig. Ja, es kann eventuell teuer werden; ja es kann von der Traumoptik abweichen – solange Sie ehrlich zu sich sind (Thema Fahrertyp) und die Herstellerangaben für empirische Werte beachten, wird der zukünftige Satz mit Ihnen viele tausende, schöne Frischluft-Kilometer erleben.

 

HerstellerGewichtsbeschränkungzusätzliche Informationen
Campagnolo 109 Kg Fahrergewicht ab 86 Kg Fahrergewicht erhöhter Wartungsaufwand (2x pro Jahr) / unter 86Kg Fahrergewicht 1x pro Jahr
CycleOps keine Angabe Empfehlung 110 Kg Systemgewicht
DT Swiss MTB 95kg bis 130kg Systemgewicht je nach Laufrad - siehe DT Swiss TechBook
DT Swiss Road 100kg bis 120kg Systemgewicht je nach Laufrad - siehe DT Swiss TechBook
Easton keine Gewichtsbeschränkung  
Fulcrum 109 Kg Fahrergewicht ab 86 Kg Fahrergewicht erhöhter Wartungsaufwand (2x pro Jahr) / unter 86Kg Fahrergewicht 1x pro Jahr
cycle-basar.de 100 Kg Fahrergewicht für handeingespeichte Laufräder Kontrolle der Speichenspannung & ggf. Service nach den ersten 350 Km
Lightweight von 90 Kg bis 120 Kg Systemgewicht je nach Speichenanzahl (siehe Homepage)
Mavic 100 Kg Systemgewicht 29er Laufradsätze von 85 Kg bis 100 Kg je nach Modell
PRO keine Gewichtsbeschränkung  
Profile Design keine offizielle Gewichtsbeschränkung ab 100 Kg Fahrergewicht erhöhter Wartungsaufwand
Reynolds keine Gewichtsbeschränkung  
Ritchey keine Gewichtsbeschränkung  
Shimano keine Gewichtsbeschränkung  
SRAM MTB keine Gewichtsbeschränkung  
SRAM Road 100 Kg Fahrergewicht  
Tune 77 Kg bis ohne Beschränkung und Tandemeinsatz siehe Tune Katalog bzw. Homepage
Veltec MTB 100 Kg bis 120 Kg Fahrergewicht je nach Modell nur bei Veltec telefonisch zu erfragen
Veltec Road 80 Kg bis 100 Kg Fahrergewicht je nach Modell nur bei Veltec telefonisch zu erfragen
Xentis 90 Kg bis 120 Kg Systemgewicht je nach Modell siehe Xentiskatalog
Zipp 125 Kg Systemgewicht  
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