Wasch- und Pflegetipps für Ihre Radsportbekleidung

Vorweg gesagt, es gibt kein Patentrezept – grundlegend ist es sehr wichtig, sich an die Pflegehinweise auf dem Etikett zu halten. Die Bedeutung der wichtigsten Symbole haben wir Ihnen unten aufgeführt bzw. sind auch bei Wikipedia nachzulesen.

BEGINNEN WIR ZUERST MIT DER WASCHVORBEREITUNG

und dazu gehört auch, dass nach jedem Tragen die Funktionstextilien in einer gut belüfteten Umgebung aufgehängt werden. Hängen Sie die Kleidungsstücke aber nie in die direkte Sonneneinstrahlung, denn der eingedrungene Schweiß kann bei dem Austrocknungsvorgang durch starke UV-Strahlung manche Funktionsfasern massiv angreifen.

Lassen Sie deshalb auch getragene und noch etwas feuchte Kleidung nie in einer unbelüfteten Umgebung, wie bspw. in einer Plastiktüte, Sporttasche, Koffer etc. liegen.

Bedenken Sie, ein Waschgang bedeutet für ein Bekleidungsstück immer auch eine Belastung des Materials und der Nähte. Daher sollten Sie Ihre Radsportbekleidung am besten separat von anderen Kleidungsstücken oder Accessoires waschen, um Reibung zu verhindern.

Vor dem Waschen die Innenseite nach außen drehen (auf „links waschen“). So wird das Material vor Abrieb und Scheuern während des Waschgangs geschützt. Bei einer Radhose mit Sitzpolster sind die Meinungen verschieden; im Zweifel auf der Herstellerseite nachschauen oder unseren Kundenservice zu Ihrem Modell befragen.

Wichtig: Reiß- und Klettverschlüsse immer vor dem Waschen schließen - so können sich keine Flusen im Klett verfangen, der gezackte Reißverschluss kommt nicht mit empfindlichen Oberflächen in Kontakt und das Kleidungsstück leiert nicht durch den Waschvorgang aus.

Wir haben zudem gute Erfahrungen mit sogenannten Wäschesäckchen gemacht, manch ein Premiumhersteller packt es gleich hinzu, oder man besorgt es sich separat – es lohnt sich in jedem Falle.

KOMMEN WIR NUN ZUM EIGENTLICHEN WASCHVORGANG.

Nach dem Blick auf das jeweilige Etikett bzw. die Waschanleitung bemerken wir, dass fast alle Funktionsfasern heutzutage auch tauglich sind für die Waschmaschine.

Das ist auch gut so, denn z.B. eine scheinbar schonende Handwäsche ist bei mehrfarbigen Textilien nicht zu empfehlen. Man kann sich hierbei schnell mit der Wassertemperatur verschätzen und gerne mal über 30° liegen. Zudem vermeidet eine Waschmaschine ein bewegungsloses „Baden“ des Kleidungsstückes im Wasser, weil ansonsten problemlos Verfärbungen entstehen können.

Um sicher zu gehen, waschen Sie weiße Funktionstextilien immer separat von anderen (farbigen und schwarzen) Kleidungsstücken, da irgendwann die Farbe weiß zu grau wird. Eine später Bleiche ist hier nicht möglich/ratsam, daher lieber vorher vorsichtig sein.

Nachdem nun die Wäschetrommel zu max. 75% gefüllt wurde (bestes Ausspülergebnis) muss jetzt die Temperatur gemäß dem Etikett (i.d.R. sind 30° zulässig) gewählt werden. Dabei ist stets der geringste Temperaturbereich aller eingelegten Kleidungsstücke maßgeblich.

Sollte Ihre Waschmaschine über einen Schonwaschgang (Trommel nur 2/3 befüllt, erhöhter Wasserstand, stark reduzierte Bewegung) verfügen, so ist das grundlegend anzuraten – ggf. wird es je nach Faser auch vorgeschrieben (siehe Waschsymbol mit dem Unterstrich).

Zum Thema Waschmittel möchte gerne jeder Anbieter sein Mittel als die „reine Wahrheit“ darstellen – wir können aus Erfahrung keine großen, aber immerhin feine Unterschiede feststellen. Hierbei gibt es ein Paar Grundregeln zu beachten:

  • Verwenden Sie nie Weichspüler! – es lagert sich in den Fasern, Membranen ab und behindert die Feuchtigkeitsaufnahme bzw. Atmungsaktivität (Perleffekt). Zudem können die zugesetzten Duftstoffe allergische Reaktionen auslösen.
  • Verwenden Sie nie Pulverwaschmittel! – es löst sich u.U. weniger gut auf und lagert sich vor dem Lösevorgang in der gekapselten Membran ein. Die Reinigungswirkung ist zwar etwas besser, aber teilweise schon zu aggressiv.
  • Verwenden Sie nie Bleichmittel! – ein Bleich- bzw. Oxidationsmittel ist zu aggressiv und schädigend für jede Funktionsfaser; absolutes „no-go“.

Idealerweise benutzen Sie nur mildes, flüssiges Waschmittel (z.B. den ASSOS Active Wear Cleanser / das Nikwas Tech wash, oä.). Solche Reiniger sind schonend zu den elastischen Fasern, pH-neutral, verhinderen eine Geruchsbildung und erhalten die Atmungsaktivität des Materials, ebenso wie die Farben.

Die meisten Funktionstextilien dürfen im Anschluss an die Wäsche nicht geschleudert werden. Drücken Sie dazu die Textilien vorsichtig per Hand aus (nicht wringen!), um überschüssiges Wasser zu entfernen. Für unsere Freunde der Perfektion ist das kurzzeitige Einrollen in ein weißes Handtuch die ideale Wahl.

Radsportbekleidung sollte man immer nur liegend oder hängend trocknen lassen – nur wenn es extra auf dem Etikett ausgewiesen ist darf man es in den Trockner stecken. So praktisch ein Trockner auch ist, wir haben auf Dauer mit hochelastischen Fasern nur negative Erfahrungen gemacht.

Unser Tipp: nie in den Trockner, denn das schont nicht nur das Material, sondern auch die Umwelt.

JETZT KOMMEN WIR ZU DER PFLEGE DANACH,

doch zum Glück braucht ein Funktionstextil der ersten und zweiten Schicht nahezu keine „Wartung“. Sobald der Wasch- und Trocknungsvorgang abgeschlossen ist, kann die Radsportbekleidung wieder in den Kleiderschrank.

Noch ein absolutes „no-go“ bei Funktionsbekleidung ist bügeln – egal welche Temperatur, es ist den Fasern nicht zuträglich und führt meist zu irreparablen Schäden.

Etwas anspruchsvoller ist u.U. die dritte Schicht in Form einer Membranstoffbekleidung (Regenjacke, -hose, etc.). Starker Regen oder Schneefall kann die Imprägnierung des Oberstoffs von Funktionsteilen auswaschen. Auch wenn die Membran solcher Jacken, Hosen, etc. absolut wasserdicht ist, wird der Oberstoff meist zusätzlich mit einer Imprägnierung ausgerüstet (Perleffekt), damit er sich nicht mit Wasser vollsaugen kann. Ist der Oberstoff einmal durchnässt, wird die Atmungsaktivität der Membran um bis zu 80% beeinträchtigt. Deshalb sollte die Bekleidung bei Bedarf nachimprägniert werden. Der richtige Zeitpunkt, um eine Jacke nachträglich zu imprägnieren, ist spätestens dann gekommen, sobald Wasser nicht mehr vom Oberstoff abperlt sondern ein nasser Fleck entsteht. Am einfachsten ist es, die Kleidung nach dem Waschen zusätzlich zu imprägnieren (z.B. mit Nikwax TX Direct).

Ungewöhnlich aber wahr, je nach Sitzpolstermodell kann die Verwendung einer Sitzcreme die positiven Eigenschaften nach dem Waschvorgang wieder reaktivieren. Kurz vor dem Start dünn auf das Polster auftragen – einfach mal testen; jeder empfindet es anders.

ABSCHLIESSEND NOCH EIN PAAR TIPPS IN PUNCTO HALTBARKEIT

Unsere Tipps sehen auf den ersten Blick und in dem Umfang, sehr aufwendig aus. Das stimmt leider, doch die heutigen Funktionsstoffe sind auch kleine Hightech-Produkte. Dabei bedeutet Qualität nicht zwangsläufig Langlebigkeit, denn der Fokus bei der Entwicklung von Funktionsbeleidung liegt häufig auf maximalem Nutzungskomfort.

Achten Sie dabei auch auf z.B. Ihre Satteloberfläche und überprüfen sie auf mögliche Scheuerstellen. Selbst die beste Radhose wird nach vielen tausenden Kilometern irgendwann Ihren Tragekomfort verlieren (Bauschkraft des Sitzpolsters lässt nach, silikonisierte Beinabschlüsse werden spröde, etc.) – dann ist es Zeit für Ersatz; Ihrem Fahrspass zuliebe.

Zur häufig gestellten Frage: „Wie oft sollte man waschen?“ gilt neben dem eigentlichen Hygieneanspruch (Thema Hautreizungen durch eingelagerte Schweißreste, etc.) folgende Regel: ein regelmäßiges Waschen erhält die Funktion der Fasern/Membrane und stellt sie nach Verschmutzung wieder her.

Etwas liebevolle Pflege und Verständnis erhalten den leistungsfähigen Charakter der Faserverbände und so kann die Lebensdauer der Textilien wesentlich verlängert werden.

RELEVANTE PFLEGE- UND WASCHSYMBOLE:

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